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G’schichten aus dem Blablacar #2

Zuallererst: Vielen Dank lieber Benni B. für Deine persönliche Blablacar-Geschichte! In der Richtung habe ich auch noch mindestens einen auf der Pfanne – eines anderen schönen Tages.

Heute erscheint eine weitere Geschichten aus der Kategorie „Fahrten, die nie stattgefunden haben“.

Ich schrieb mal wieder eine Fahrt aus, von Dresden nach Herzogenaurach. Das fahre ich meistens über Bamberg, da kommen gute dreieinhalb Stunden Fahrt bei heraus. Ein paar Tage vor Fahrtbeginn meldet sich eine an der Fahrt interessierte Person.

Die Krux an der Sache: Sie wollte gar nicht nach Herzogenaurach oder gar Bamberg. Das tat sie natürlich auch sehr bald kund! Sie würde aber gar nicht so weit weg abgesetzt werden wollen. Wo denn? „Nur in Schweinfurt, das ist ja um die Ecke!“ …

Die geplante Strecke…
… und die gewünschte Strecke nach ganz nebenan von Herzogenaurach!

Wie Ihr Euch nach der letzten Geschichte denken könnt, bot ich ihr an, sie in Bamberg oder Erlangen in der Nähe des Bahnhofes rauszulassen. Aber wieder einmal war das nicht Extrawurst genug.
Sie hätte sich direkt jemand anderes suchen können oder wenigstens nur noch 60 statt 330 km von Schweinfurt entfernt in den Zug umsteigen können für ein paar Mücken mehr. Stattdessen blieb sie weiter dabei, dass Schweinfurt doch wirklich um die Ecke wäre und ich mich anstellen würde (Was meint Ihr? Also ich finde, 60 km (einfach!) sind definitiv nicht um die Ecke, wenn man schon drei Stunden fahrt hinter sich hat ^^)
Auf meine Entgegnung, sie solle bitte in Zukunft, bevor sie wo hin fährt, auf eine Karte gucken, kamen dann auch nur noch Beleidigungen.
Machen Uber-Fahrer so einen Quatsch eigentlich mit oder woher kommt nur diese Annahme, dass jemand, der einem eine MITfahrgelegenheit anbietet, einen an Orte fährt, die so gar nicht auf der Strecke liegen, wo der Anbieter eigentlich hinwill?

Gut. Diese Geschichte war dann doch der letzten zu ähnlich und zu schnell vorbei. Deswegen gibt es jetzt noch einen Bonus. Kategorie: „Fahrten, die beinahe stattgefunden hätten“.

Es ging noch einmal von Dresden Richtung Nürnberg. Einer der Halte: Chemnitz Center. Dort gibt es ein vom öffentlichen Nahverkehr laut meinen Recherchen gut versorgtes Einkaufszentrum und zwei Vertreter gängiger Fastfoodketten nicht weitab der Bushaltestelle, wo man sich sehr gut finden kann (Das Chemnitz-Center hat zwar auch einen Parkplatz, aber findet Euch mal auf einem Riesenparkplatz!).

Bald schon kam die erste Anfrage. Er würde gerne am Hauptbahnhof abgeholt werden. Ich so: „Nee, sehr ungerne. Nimm doch den Bus x am Bahnhof der um xx:xx fährt und dann genau richtig am Chemnitz Center ankommt! Der kostet auch nicht viel!“ Er so: „Ja ok von mir aus“.

Der Tag der Fahrt ist da. Ich bin etwas früh dran und warte ein paar Minütchen, bis der Bus angekommen sein sollte und der Mitfahrer den Weg hergefunden haben sollte. Aber es kommt niemand und er meldet sich auch nicht. Schließlich rufe ich ihn an, ob der Bus wohl Verspätung habe.

„Öh… nein. Ich bin noch am Bahnhof, ich habe den Bus nicht erwischt“

„Jaaa gut. Der nächste geht glaub ich in so 4 min, den schaffst Du schon noch, die zwanzig Minuten warte ich gerne noch!“

„Ich weiß aber nicht, wo ich hin soll. Kannst Du mich nicht doch vom Bahnhof abholen?“

Hrrrm. Ok. Ich war immer noch früh dran und hatte keine feste Zeit ausgemacht wann ich am Ziel ankommen wollte. Der arme Kerl ist offenbar mit Bussen überfordert. Und sonst fährt ja auch niemand mit. Gut, dachte ich. Dann fahr ich halt rein. Sind nur 7 km.

„OK. Laut Navi bin ich da in 15 min. Bitte stelle Dich irgendwo hin, wo ich Dich gut sehen kann und winke, wenn Du mein Auto siehst!“

„Ja machen wir so!“

Ich fahre los. Aber die Stadt ist das reinste Verkehrschaos. Ich stehe an fast jeder Ampel zwei Phasen lang und am Ende brauche ich allein reinwärts geschlagene 30 min. An der Bahnhofstraße angekommen fahre ich so langsam, dass Leute hinter mir genervt hupen und überholen. Ich gucke und gucke. Kein mir winkender Mitfahrer und auch sonst keine verloren wirkende Typen die nervös nach einem Auto Ausschau halten. Selber war ich hier auch noch nie gewesen und weiß daher nicht, wohin ich am besten gucken soll. Ich sehe auch keine Einfahrt zu einem Parkplatz oder ähnliches. Ich umrunde das Gelände ein weiteres Mal und stelle mich schließlich an einen Randstreifen für Busse, kurz hinter einem weiteren einschlägig bekannten Fastfood-Anbieter und rufe wieder an.

„Wo bist Du denn?!“

„Ja am Bahnhof!“

„Hast Du mein Auto nicht gesehen oder warum war da niemand der gewunken hat?“

„Ja, nein hab nix gesehen.“

*Bleib ruhig Tinschen* „Ok. Also ich stehe jetzt ein paar Meter hinter diesem einschlägig bekannten Fastfood-Anbieter am Bahnhof. Ich darf da nicht lange stehen also beeil Dich!“

„Ok!“

Eine Minute vergeht. Zwei. Drei. Vier. Ich rufe wieder an

„Ja wo bleibst Du denn???“

„Ich sehe keinen einschlägig bekannten Fastfood-Anbieter !“

„Ja was siehst Du denn dann?“

„Ja halt so Häuser und Bäume“

Da platzte mir schließlich der Kragen. Ich teilte ihm so freundlich wie möglich mit, dass ich mich in Karl-Marx-Stadt genausowenig auskennen würde wie er und nun leider keine Zeit mehr hätte mit ihm Verstecken zu spielen und weiterfahren müsse. Wir kämen so leider nicht mehr zusammen.

Zurück kam nur noch ein kurzes „Aber!…“ und dann ein trauriges „Oke“. Ich fuhr ziemlich geladen zurück zur Autobahn – für eine weitere verdammte halbe Stunde – eineinhalb insgesamt für die gescheiterte „solidarische Mission“.

Seitdem habe ich in Chemnitz nie wieder jemanden vom Bahnhof abgeholt. Bis heute frage ich mich, wo zum Geier der Typ wohl gestanden hatte. An Gleis 3 vorm Fahrkartenautomat vielleicht?

Wenn Euch auch witzige, abstruse oder gar romantische Geschichten beim Anbieten oder nutzen einer Mitfahrgelegenheit passiert sind, Ihr Euch gar in den Geschichten wiedererkennt 😉 , dann schreibt es mir gerne in die Kommentare <3

2 Antworten auf „G’schichten aus dem Blablacar #2“

Oh mein Gott, leider musste ich echt schmunzeln und habe mitgelitten. Ich habe das schon öfter erlebt. Extrawurst hier und da, und man selbst denkt sich ach der/die Arme kommt sonst gar nicht mehr weg…habe schon so viele Stunden verbraten nur indem ich Umwege gefahren bin oder gewartet hab – noch besser: Nicht mehr antworten und nicht ans Handy gehen, hatte ich auch paar Mal. Seitdem nur noch Profile mit Foto und Bewertung, und natürlich Online-Zahlung…tut mir leid für alle Neulinge, aber irgendwann hat man einfach keine Lust mehr…:/

Lieber Georg,
Da sagst Du was!
Interessant, habe das mit der Online Zahlung so noch gar nicht gesehen. Kann sein, dass man eher zu einer Fahrt erscheint, die man bereits bezahlt hat.
Dass sich Leute nie wieder melden hatte ich aber auch schon – sogar als Online Zahlung. Durfte das Geld nämlich behalten 😁
Allzeit gute Fahrt wünsche ich dir!

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