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Mikroquiz

Makroquiz #6

Willkommen zur sechsten Runde der zweiten Staffel vom Mikroquiz!
So viel verrate ich schon einmal: Die Jahreszeit und der Ort sind diesesmal relativ irrelevant. Und auch wenn es nicht so aussieht: Doch, auch das Foto für diese Runde ist Makro und nicht Mikro. Aber fast. Viel Spaß!

Wie immer noch der Hinweis: Wer in dieser Runde neu mit einsteigt, bekommt 25 Punkte für den Einstieg an sich und weitere sechzig Punkte für die verpassten Runden.

Eieiei, was ist das nun wieder?

Tipps

  1. Bei den Römern wurde eine frühe Form des Gegenstandes im Hauptfest zu Ehren des Herdengottes Faunus verwendet. Verheiratete Frauen erhofften sich davon eine höhere Fruchtbarkeit
  2. .–.. ..- . .-. … – / .– ..- .-. -.. . -. / .- .-.. – . / — — .-. … . -….- -.-. — -.. . -….- -… .-.- -. -.. . .-. / ..- -. -.. / –. . … -.-. …. .-. . -.. -.. . .-. – . / .- -.- – . -. / –.. ..- / … . .. -. . — / …. . ..- – .. –. . -. / –.. .– . -.-. -.- / .-. . -.-. -.– -.-. . .-.. – .-.-.-
  3. Die Wieder-Erfindung unseres Gegenstandes in seiner heutigen, viel bunteren Form liegt bereits rund 140 Jahre zurück – aber bis heute wachsen wir alle damit auf und freuen uns, es zu sehen. Dazu gibt es mehrere Anlässe pro Jahr.

Die Auflösung

Ach was habt Ihr armen jetzt durchgemacht. Erst dieses verwirrende Rätselbild an sich. Dann die noch mehr verwirrenden Tipps dazu. Gerade als ich Schuldgefühle verspürte, dass ich mich ein bisschen wie eine Domina aufführe, indem ich Euch so quäle, schnalzte das Karma auch zurück! Und kaum das die ersten richtigen Rateversuche eintrudelten verabschiedete sich der Server.

Besonders viele von Euch vermuteten hinter dem Rätselbild Reinigungsutensilien, von Schwämmen, Textilien bis hin zu Unterhosen war viel Spannendes dabei.

Aber nun gehen wir mal über zum eigentlichen „Auf die Folter spannen“:

Der Archäologe unserer Runde hat den ersten Tipp direkt richtig entschlüsselt. Er drehte sich tatsächlich um die Lupercalien. Dabei handelte es sich um ein „Reinigungs- und Fruchtbarkeitsfest“. Die zugehörige Zeremonie lief ungefähr so ab, dass ein Bock geopfert wurde. Mit den dazu verwendeten Messern wurden daraufhin – so blutig wie sie aus dem Bock hervorgingen – zwei jungen Männern die Stirn berührt. Als nächsten wurden diese jungen Männer mit in Milch getränkter Wolle auch wieder gesäubert, was offenbar als „Comic Relief“ gedacht war – denn es heißt, die Jungs hätten dabei gelacht. Menschenopfer fanden die Römer ja nicht mehr zivilisiert genug (Gladiatorenkämpfe waren ja Unterhaltung, das hat nichts miteinander zu tun! 😉). Anschließend wurde dem naggerten Priester das Fell des geopferten Bocks um die Hüfte gebunden. Weitere in Riemen geschnittene Felle hielten sie in den Händen, um damit willigen Frauen auf die Hand zu watschen. Dass dieses Ritual der Vorläufer unseres Rätselgegenstandes sein soll, fand ich übrigens auf dem italienischen Wikipedia-Artikel dazu.

Andrea Camassei, Les Lupercales (vers 1635), Madrid, musée du Prado.
So ungefähr mag es ausgesehen haben, wenn während der Lupercalien Frauen zur Förderung der Fruchtbarkeit mit Lederriemen abgewatscht wurden. Gemälde von Andrea Camassei, „Die Lupercalien“ (ca. 1635)

Aber das da im Bild ist doch kein Leder. Was zum Geier?

Müssen wir uns wohl zu Tipp 2 weiter durchschlagen.
Auf https://morsedecoder.com/ ins Morsefeld kopiert ergibt sich folgender Text:
ZUERST WURDEN ALTE MORSE-CODE-BÄNDER UND GESCHREDDERTE AKTEN ZU SEINEM HEUTIGEN ZWECK RECYCELT. Diesen Hinweis entdeckte ich nun auf dem französischen Wikipedia-Eintrag zu unserem Gegenstand. Die erste bekannte Verwendung dieser Art gab es 1886 zur Einweihung der Freiheitsstatue in New York. Konkret wurden die hiermit recycelten Morsecode-Bänder als Ehrenbekundung auf die Bauherren der edlen Dame geworfen. Ob da auch versteckt ein Fruchtbarkeitswunsch dahinter stand – und sei es nur, weitere schöne Bauwerke entstehen zu lassen – wer weiß?! Auf jeden Fall breitete sich diese Art jemand oder etwas zu feiern schnell aus. Es sah schließlich ziemlich gut aus!

Und so sieht das dann aus, wenn man Morsecode-Bänder kreuz und quer durch die Gegend wirft.

Allerdings war seine Verwendung nicht immer gerne gesehen. So kam es ab und an zu Unfällen. Einmal wurde ein Pferd von solch einem Riemen getroffen, woraufhin er sich um den Hals des Pferdes wickelte und es – von der Panik gepackt – zu Fall brachte. 1890 wurde der Gegenstand in Paris sogar in seiner damaligen Form verboten. Die Entfernung aus dem öffentlichen Raum war schlichtweg zu teuer. Und hängen lassen konnte man diese Papierriemen auch nicht, denn sie schädigten die Knospe der Bäume. Auch die Neuerfindung des Gegenstandes aus wasserlöslichem Papier konnte die Stadt lange nicht umstimmen bezüglich des öffentlichen Gebrauchs.

Kommt Ihr jetzt langsam drauf?

File:Les serpentins au Carnaval de Paris, Mi-Carême 1909.jpg
Ein Karnevalsfoto von 1909…

Je nachdem, in welcher Sprache man sich den Gegenstand auf Wikipedia anguckt, schreibt sich das jeweilige Land dessen Neuerfindung auf die Fahne. Laut des deutschen Artikels wurde er in den 1880er Jahren in Berlin erfunden. Bei uns korreliert sein Gebrauch häufig mit Konfetti und wird längst nicht mehr nur öffentlich verwendet, sondern ist auch im Hausgebrauch verbreitet (zum Leidwesen derer, die danach aufräumen müssen). Als Kind bis ins Erwachsenenalter freut man sich daher doch immer wieder, wenn jemand zum Geburtstag, zu Silvester oder zur Karnevalszeit eine Packung davon hervorzieht.

Jetzt hat es aber sicher „Dingdingding!“ gemacht!

Kurz vor dem Server-Absturz jedenfalls muss ungefähr das bei Evi passiert sein. Hier präsentiere ich Euch den verschollenen Kommentar:

Ich habe mir jetzt auch noch mal das Hirn zermartert🤯🤯🤯 und tippe auf eine Luftschlangenrolle aus Papier.

Das mit den Riemen und Faunus passt dann so halb. Das 2. auch so ein bisschen und das 3. ganz gut 🙈

Das Bild selbst passt ganz gut im Vergleich mit einer Makroaufnahme aus der Google-Bildersuche – nur die schwarzen Streifen gefallen mir gar nicht 🤪 Ach und erfunden wurden die Dinger in den 1880er Jahren laut Wikipedia – das würde dann so richtig stimmig sein.

12. August 2021, 07:26 Uhr von Evi

Die Siegerehrung ist damit wenigsten für Platz 1 ganz einfach!

Herzlichen Glückwunsch liebe Evi! Was Du Dir wohl für Knoten gemacht haben musst, um draufzukommen!

Dann habe ich mich aber dazu entschieden, den zweiten Platz an jemand zu verleihen, der sogar schon vor den Tipps auf der richtigen Fährte war. Unserem „Nicht-mehr-lange“-Papierwissenschaftler Benni B!

Herzlichen Glückwunsch!

„Farbiges Papier, aber bisl dicker“

10. August 2021, 23:16 von Benni B

bei der Schwere der Aufgabe will ich nicht zu wählerisch sein! Das trifft den Kern des Pudels doch schon recht genau!

Und einen dritten Platz?
Nur Roland und Sabby sind noch auf den „Riemenzug“ aus Tipp 1 aufgesprungen, haben aber weder das Material noch die Nutzung korrekt benennen können.
Dafür habt Ihr mich aber mit Euren an die Weißglut grenzenden Versuchen sehr amüsiert. Und Roland, der alte Schlingel hat dann auch noch ehrlich zugegeben, dass er bei Evis Kommentar zum Screenshot-Beweis doch nicht wirklich wusste, was dahinter steckt.

Deswegen bekommt keiner von Euch die 100 Punkte für den dritten Platz – aber auch nicht nur die 25 Trostpunkte für ansatzweise richtige Antworten.

Ihr bekommt beide die 75 Punkte und dürft zusammen aufs Dreier-Podestchen!

Und nicht zuletzt begrüßen wir einen neuen Mitspieler:
Hallöchen Maik!!!
Herzlich Willkommen, für Deinen bloßen Einstieg bekommst Du trotz verfehlter Antwort 85 Punkte 😉
Das nächste Mal holst Du sicher den ersten Platz!

So. Ich hoffe, damit ist jeder halbwegs glücklich!

Vielen Dank noch einmal dass Ihr wieder mitgespielt habt und Danke noch einmal für Euer Verständnis für den Serverausfall. Auch danke für die lustigen Verschwörungstheorien, wer hinter all dem steckt!

Weiter geht es dann wieder im September. Ich bin wegen alledem doch etwas aus dem Rhythmus gekommen. Aber bis dahin ist es ja nicht mehr lange hin! Ich bin mir sicher, Ihr überlebt das 😉

Bis dahin: Eine gute Zeit wünsche ich Euch!

PS: Hier noch einmal der Hinweis: Es gibt jetzt einen Abonnement-Dienst! https://tinschen-schreibt.blog/abonnieren/
Damit seid ihr immer noch ein bisschen schneller hier 😉

Spielregeln

Wie machst Du mit?

  • Ab Staffel 2 sind aus organisatorischen Gründen nur noch Antworten in den Kommentaren möglich. Rateversuche auf Facebook oder Instagram werde ich nicht mehr berücksichtigen.
  • Bitte verwende immer denselben Namen und dieselbe Emailadresse. Außer Peter. Der macht eh was er will.
  • Jeder darf dreimal vor den Tipps und dreimal nach den Tipps raten (max. 3 Tipps pro Kommentar). Wenn Du vor den Tipps schon fast richtig lagst und nach den Tipps noch einmal genauer den Gegenstand errätst, gilt als Einreichungszeitpunkt der Rateversuch vor den Tipps.

Punktevergabe

  • Zur Begrüßung bekommt jeder neue Mitspieler 25 Punkte frei Haus.
  • Wer später dazu stößt, bekommt 10 Punkte pro vergangene Runde dazu.
  • Der erste Platz bekommt 150 Punkte
  • Der zweite Platz bekommt 125 Punkte
  • Der dritte Platz bekommt 100 Punkte
  • Jeder weitere, der richtig rät, bekommt 75 Punkte
  • Jeder der ansatzweise richtig war aber halt nicht ganz richtig, bekommt 25 Trostpunkte
  • Wer total daneben liegt, kriegt nix
  • Nach 8 Ratebildern ist diese Staffel wieder beendet und der erste Platz bekommt wieder einen Preis. Dieses Mal bekommt der Sieger eine selbstgemachte Postkarte von mir!
NameDatumUhrzeitPlatz #6Punkte #6GesamtpunkteGesamtplatz
Peter5504
Evi11509251
Katharina2257
Sabbylinchen3755803
Benni B.21252257
Roland G.3756402
Enno Loma2505
Benny3510
Tim2356
Olivier459
Maikneu!85858
Weiter geht es am 4. September 2021!

16 Antworten auf „Makroquiz #6“

Puh…erst dachte ich auch an ein Handtuch, aber dafür sind die Fasern zu kurz. Hm…irgendwas in Veloursoptik? Ein Schuh? Aber das ist ja eine ungewöhnliche Farbe. Oder doch ein durchgewetztes Mikrofasertuch? 🤔🤔🤔

Es ist auf jeden Fall kein Vogel!

Nach Beratung mit der besseren Hälfte: Textile Oberfläche eines Spielgerätes. Dafür spricht auch, dass der Druck gar nicht dort ist, wo er die Erhebungen kaschieren soll.
Es „riecht“ auch förmlich nach Turnhalle für mich.

Ich glaube, mein finaler Tipp hat dem Server das Leben gekostet, daher wiederhole ich ihn lieber nicht. Ich besitze einen Screenshot zum Beweis! Ich wollte vor Olivier ein bisschen angeben 😌

Schön, dass der Blog wieder da ist 🤩🎉

Da ich ja noch zwei Tipps über habe und Evi prinzipiell fast immer recht hat, schließe ich mich dem mysteriösen, Screenshot-Tipp an 🙂 (die junge Generation würde das wohl als richtigen Alman-Move bezeichnen)

Und da immer noch ein Tipp über ist und der mir von Anfang an nicht aus dem Kopf ging, auch wenn die Tipps ihn schon vollkommen falsifiziert haben: Ein Klettballspiel-Handteller

Ich tippe erstmal ohne groß nachzudenken, auf einen älteren Volleyball. Irgendwie kommt mir die Struktur mega bekannt vor, aber ich kann sie momentan noch nicht sicher zuordnen.

Diese Tipps sind das Letzte! Haben mir gerade 4 Stunden meiner Arbeitszeit gestohlen und ich bin der Lösung kein Stück näher, obwohl ich das Prozedere der Lupercalien ziemlich gut kenne…

Damit mein Kopfzerbrechen nicht ganz umsonst war, werde ich meine wirren Gedanken zu einem neuen Tipp zusammenfassen. Vielleicht hilft es auf dem Weg zur korrekten Lösung.

Tipp 1 muss einfach auf die Ziegenfell-Riemen der Priester anspielen, ansonsten werde ich mein Geschichtsstudium annullieren. Verwirren tut mich hierbei der Zusammenhang zu Tipp 3, da Riemen aus Leder ja nicht nochmal neu „erfunden“ wurden. Mein Kopf hat sich also dazu entschlossen, den Riemen lediglich als Teilstück der Lösung anzusehen.

Tipp 2 habe ich verstanden und gehe davon aus, dass der gesuchte Gegenstand in Zeiten von Materialknappheit aus alternativen Materialen hergestellt wurde – Stichwort: Nachkriegszeit. (by the way, was ist das erste Wort? „Zuerst^“ oder „Zudem“ oder was ganz anderes^^)

Tipp3 ist der wo ich am meisten drüber gegrübelt habe und der mich am Ende zu meinen Tipp bringt. Dieses „wir wachsen alle damit auf“ in Kombination mit „Riemen“ und der Recherche des Erfindungszeitpunkts ergibt in meinem Kopf:

Das ist der Trageriemen eines Schulranzen 🙂

So richtig zufrieden bin ich damit nicht, aber es beschäftigt mich nun mal schon den ganzen Tag und ich mache jetzt Feierabend. Sowohl vom quizen als auch vom arbeiten, was heute irgendwie eine Art Symbiose war und somit auch doppelt anstrengend.

auch wenn es schon einige Male genannt wurde, tippe auch ich auf ein Mikrofaster-Handtuch – oder isses vl doch ein Makrofaser-Handtuch? xD
oder evtl auch einen Waschhandschuh oder ähnliches, jedenfalls was aus Mikrofaser in Frottee bzw das, was man daraus machen kann..

nü, die tipps helfen mir nur so mäßig..
bei tipp 1 bin ich beim Roland, dass damit ein Riemen gemeint ist.
Passt auch zu Tipp 2, dass früher die Riemen aus den beschriebenen Materialien hergestellt wurden.
Und gut, zu Tipp 3: heute gibts diese Riemen in bunten Farben, allerdings denk ich, dass es kein alltäglicher Gegenstand sein dürfte, sonst freut man sich ja net drüber – darum glaub ich auch net, dass Rolands Schulranzen passt.. 😛
Ich tippe eher auf nen Gürtel, weiß aber net so ganz, wie des zu Tipp 2 und 3 passt.. Gürtel sind heute zwar häufig elastisch (für mich schaut des Rätselbild elastisch aus) und bunt, aber ich wüsste net, warum ich mich drüber freuen sollte, wenn ich meine Hose täglich mit nem Gürtel verschließ xD
Ansonsten könnte ich mir nur noch vorstellen, dass es ein Koffergurt ist – wenn man in Urlaub fährt (natürlich mehrmals im Jahr, wir sind ja reich und ham viel freie Zeit), freut man sich ja 😀

Ich hab diesmal keine Ahnung… sieht aus wie farbiges Papier, aber bisl dicker, eher wie Schleifpapier… ich warte auf den Tipp ^^

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