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Tagebuch Tutorial

10 fabelhafte Wege, um Deinen Kollegen die Mittagspause zu versauen

 

  1. Starte das Tischgespräch mit einem Downer. Vielleicht ist mal wieder jemand gestorben, den nur noch Du und zwei andere am Tisch kennen und seit Jahren nicht mehr gesprochen hast? Vergiss nicht, noch zu erwähnen, dass Du den gar nicht richtig mochtest, Du Dich aber für ihn freust, dass er endlich sterben durfte. Sprich das alles nicht zu laut aus, der Tote könnte ja zuhören.
  2. Deine Kollegen gegenüber hören nicht andächtig Deinem halb geflüsterten Downerthema  zu? Ja sie lachen sogar hörbar laut und machen Witze zu komplett anderen Themen? Wirf Ihnen sofort einen möglichst giftigen Blick zu und schweige demonstrativ. Weise Deine Downer-Kumpanen an, mit Dir demonstrativ mitzuschweigen und betreten zu Boden zu gucken, bis wenigstens einer schuldig rüber guckt.
  3. Kollegen nehmen nicht ordentlich am Mittagessen teil? Lesen währenddessen in einem dicken Buch (Igitt!) oder gehen sogar raus in die gräßlich helle Sonne und bewegen sich gar in kreisförmigen Routen um das Gebäude? Nutze die Zeit, um Dich bei den verbliebenen Kollegen über sie auszukotzen. Die sollen schon sehen, was sie davon haben, Dich zu meiden!
  4. Heute ist viel los und Deine Kollegen versuchen krampfhaft, mal kurz nicht über den riesigen Berg von Arbeit nachzudenken? Sprich am besten mal an, dass in zwei Tagen noch mal so ein Berg kommt und es die drei Wochen drauf wahrscheinlich noch schlimmer wird. Du tust ihnen damit einen Gefallen, schließlich ist ja jeder gerne vorbereitet!
  5. Ein paar Kollegen reden über irgendwas akademisches (Hoffnung machende Forschungsergebnisse, neue Technologien, Lösungswege für gesellschaftliche Probleme…), wo man noch was lernen könnte, wenn man da zuhören würde. Lenke das Thema um auf was massentaugliches wie Fußball oder welcher Adelige gerade wieder fremd gegangen ist. Fortbildungen sind schließlich zum Beantragen und Ablehnen da, nicht für die Mittagspause!
  6. Ein Kollege ist schlecht drauf und versucht, sich auf andere Gedanken zu bringen? Erzähl ihm, wie sich dieser andere Kollege schon wieder verhalten hat und frag, ob er meint, ob er oder Du wohl wieder der Grund sein könnte. Wenn ihn das nicht aufmuntert, erzähl ihm, dass seine Situation doch eigentlich nicht so schlimm ist. Schließlich bist Du schon viel länger am Limit!
  7. Du hast Dir in der Kantine wieder mal einen riesigen Haufen Essen aufgeladen, weil Du nicht einsiehst, für horrende 4,50 € nur für eine Person zu essen und triffst dann im Pausenraum auf einen Kollegen, der sich nur eine Schüssel Salat (zudem ohne sichtbares Dressing!) mitgebracht hat? Tu ihm kund, dass Du von sowas ja niemals satt werden würdest und Du die Paprika da drin nicht verträgst, während Du Dir Deine von Fett triefende Currywurst reinstopfst. Am besten sprichst Du das aus, während Du noch kaust und verteilst Currywurst-Aerosol um Dich herum. Mit etwas Glück bekommt der vom Verhungern bedrohte Kollege ja auf diese Weise ein paar extra Kalorien ab und bedankt sich dann endlich.
  8. Ein Geschäftspartner hat Deiner Arbeitsgruppe als Dankeschön einen Naschkorb in den Pausenraum gestellt. Da Dein Stammplatz drei Plätze entfernt liegt (viel zu weit weg!) hast Du deswegen noch nicht davon genascht. Und dann kommt der Neue (der hier erst seit drei Jahren arbeitet) und setzt sich genau davor und – Allmächd! – langt direkt rein in den Korb. Raste vor allen so dermaßen aus, dass jeder für geschlagene fünf Minuten zu atmen vergisst und der Neue heulend das Zimmer verlässt. Vergiss danach nicht, den anderen kundzutun wie vermessen das von dem war. Der Korb ist ja schließlich für alle da!
  9. Du bist nicht der, der ausgerastet ist, sondern hast nur atemlos dabei gesessen bis der Neue weg war? Bestätige jetzt unbedingt den Ausrastenden und setzte noch einen drauf, vor all den noch mit offenen Mündern und sprachlos dasitzenden Neuen (die erst seit 2-4 Jahren hier arbeiten), dass dieses ganze Pack von Neuen so unhöflich und vermessen ist und sie eigentlich keiner braucht. Entschuldigt Euch im Übrigen am besten niemals dafür. Schließlich wart ihr zuerst da und keiner hat Euch gefragt, ob ihr neue Kollegen braucht.
  10. Ein Kollege im Pausenraum ist seit Wochen sehr ruhig und antwortet anderen nur recht wenig und leise, obwohl er früher viel mehr und besonders fröhlich mit allen geschwatzt hat? Wahrscheinlich plant er etwas böses gegen Dich und hat deswegen ein schlechtes Gewissen. Ignorier ihn erst einmal und wenn die Gelegenheit günstig ist, wie zum Beispiel in einem Meeting, stell ihn vor allen bloß, bis er gesteht. Das wird bestimmt super lustig!

Ach Du scheiße, wa, die letzten zwei, drei Punkte kamen direkt vom Watschenbaum. Zack! Wisch! Zack!

Aber nun mal im Ernst:
Die Mittagspause ist… eine Pause! Eine Pause nimmt man von Dingen die einen anstrengen, zum Zwecke der Erholung. Jeden strengen unterschiedliche Situationen oder Arbeiten an, deswegen muss auch jede Pause individuell sein.

Schreib den anderen nicht vor, wann sie Pause machen. Wie sie Pause machen. Wo sie Pause machen. Mit wem sie Pause machen.

Mach Dein Ding und wenn Dir mal eine Person beim Pause machen fehlt, lade die Person an dem Tag persönlich ein, mach ein „Pausendate“ und zeig so Deine Wertschätzung. Und wenn derjenige an dem Tag nicht möchte, ist das vollkommen in Ordnung!

Mach vielleicht auch jede Woche mal was ganz anderes! Geh mal einen anderen Spazierweg oder triff Dich mal mit jemanden aus einer komplett anderen Arbeitsgruppe.

Achte auf Deine Mitmenschen und lass Dinge, die Dich belasten, nicht in der Gruppe aus, sondern im einvernehmlichen Zwiegespräch, am besten an der frischen Luft bei einem zügigen Spaziergang.

Mach auch ab und zu (!) mal ganz alleine Pause, mach eine kleine Achtsamkeitsmeditation oder ein Mittagsschläfchen. Herrgott, ja, vielleicht rauchst Du auch mal eine vor der Tür 😉

Such Dir ein paar Leute, die mit Dir Walken oder Joggen gehen oder mit Dir auf der Wiese oder einem größeren Raum eine Meditation oder ein paar Rückenübungen machen oder macht zusammen Musik. Spielt eine Runde Wizard, Maumau, Knack, Schafkopf, Großer Dalmuti – was ihr könnt. Ja massiert Euch vielleicht sogar mal den Nacken im Kreis!

Es gibt so viele Möglichkeiten, dass die gesetzlich vorgeschriebene Pause auch wirklich eine Pause wird und keine Pflicht, zwischendurch so zu tun, als würde man nicht arbeiten.

Nehmt Eure Pause für Euch selbst, nur dann tut Ihr das für alle!

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