Kategorien
Bildersammlungen Kunst&Kultur

Tinschen bastelt: Postkarten-Pinnwand

Seit meinem Umzug lagen all die lieben Postkarten, die ich im Laufe meines Lebens von Freunden und Familie bekommen hatte in einer Schatulle. Wo ich diese doch zuvor immer in irgendeiner Form ausgestellt hatte. Wo man doch nun wegen Corinna so nirgends hinreisen kann und einem kaum noch jemand Postkarten schreibt (weil man sich fälschlicherweise denkt „Warum sollte ich eine Postkarte aus dem Kaff schicken, in dem ich wohne?“ Dazu noch was in der Fußnote), wollte ich diese Bekundungen, dass jemand an mich in seinen glücklichsten Zeiten denkt, umso mehr als Erinnerung bewahren. Und außerdem ist da so eine grausige Lücke gewesen an der Wand meines Arbeits- und Gästezimmers. Was also tun? Da kam eines Tages die Eingebung…

Die erste Frage, die sich einem stellt, der gerade keine Pinnwand hat, ist: Wo kann ich eine Pinnwand kaufen? Hat doch wegen Corona alles zu! Am besten auch ohne viel Verpackungsmaterial und für wenig Geld?
Also machte ich mich auf Ebay-Kleinanzeigen auf die Suche nach einer Pinnwand, die sonst auf dem Sperrmüll wandern würde. Und ich fand sie alsbald. Sogar mit ein paar Pinnwandnadeln – wo ich Pinnwandnadeln kaufen könnte, hatte sich damit also auch geklärt.

Im tiefsten Winter und bei Eiseskälte fuhr ich nun zum alten Zuhause meiner neuen Pinnwand und sparte mir so 10€ und einen weiteren unnützen Karton. Und dann lag sie da. Über Monate. Ich kam einfach nicht weiter. Aber dann endlich kam die Sonne raus. Und mit der Sonne auch meine Motivation, das Projekt anzugehen.

Wie beginnt man Acrylmalerei? Was muss man bei Acrylmalerei beachten? Und was brauche ich alles für Acrylmalerei? Darauf gehe ich in Form der folgenden Bildern nun ein.

Erster Schritt: In Gold, Silber und Metallic-Grün die Grundierung auf den Kork aufbringen und trocknen lassen. Mein Daumen sagt auch Hallo.

Wie auf dem Bild zu sehen, empfiehlt es sich, für ein Acrylbild ein paar Acrylfarben anzuschaffen (boah krass). Ich empfehle außerdem noch, irgendwas in Richtung Malerpalette zu besorgen. Das kann dieses klassische Brett mit Daumenloch sein. Du kannst aber auch Deine letzte Salatschale vom Bringdienst recyclen und darin Deine Farben anmischen. Je nachdem, wie viele verschiedene Farben Du verwenden willst, solltest Du außerdem noch ein paar alte Joghurtbecher mit Wasser bereit stellen. Das hilft, Dein Werkzeug sauber zu halten und Du behältst die Kontrolle über deine Farben. Achja, das Werkzeug. Ein paar Pinsel in verschiedenen Größen sind immer eine gute Idee. Ich habe hier auch noch einen Zahnstocher verwendet. Ein Malerspachtel ist auch nie verkehrt. Aber jetzt weiter im Text, äh Bild.

Zweiter Schritt: Zwei Stängel und eine Spirale mit einem großen Klecks Farbe und einem Spachtel ausführen.

Manchmal braucht man auch gar kein extra Werkzeug. Wenn die Farbtube noch recht frisch ist, kann man mit etwas Übung die Farbe auch direkt als Wurst auf den Untergrund auftragen. So habe ich das vor allem mit den Blättern gemacht, wie im nächsten Bild zu sehen:

Dritter Schritt: Blätter an den Stängeln, oder besser Wedeln anbringen. Erst einer…
Vierter Schritt: … dann den nächsten. Ich habe eine schmale Spur Farbe von der Tube aufgetragen und dann mit einem Zahnstocher die Grundform und die Fiederung ins Acryl gekratzt. Rechtshänder gehen da am besten von Links nach rechts vor, Linkshänder umgekehrt… oder man wartet zwischen den einzelnen Blättern halt immer, bis alles trocken ist 😉

Wer nicht draußen bei schönem Wetter malt und es eilig hat, kann das Bild auch mit einem Föhn bearbeiten. An Stellen, wo man es nicht merkt dann vorsichtig mit dem Zahnstocher hinpieksen. Wenns nicht mehr nachgiebt, reichts!

Fünfter Schritt: Die Lücke ausfindig machen und mit Nägeln ausstaffieren. Pinnwand aufhängen. Dann noch die fröhliche Biegelampe rechts unten zurück grüßen. Die Frage „Was kann ich an eine Pinnwand hängen“ habe ich ja zum Glück längst geklärt.

Wir haben überall Rigipswand. Für schwerere Objekte ist das ein Graus. aber für eine schöne, leichte Pinnwand ist das gar nicht so schlecht. Theoretisch bräuchte man nicht mal einen Bohrer, Du kannst einfach eine Schraube händisch eindrehen. Damit die dann auch gut zu den Halterungen an der Pinnwand passen, holst Du Dir am besten ein extra Paar Hände und zeichnest die Löcher an. Oder Du nimmst Dir einen Peter und lässt den mal schön machen. Spart auch Nerven.

Sechster Schritt: Mit Coronaplauze, Baustellendekolleté, Klebefilm, Pinnnadeln und Postkarten auf einen Tritt steigen und die Postkarten um das Motiv herum anbringen. Dabei nicht vergessen, die Zunge raus hängen zu lassen. Das gibt +10 Präzision!

Die Coronaplauze und das Baustellendekolleté sind aber nicht zwingend notwendig zur erfolgreichen Platzierung der Postkarten.

Et voilà! Wenn ich irgendwann wieder Gäste habe, die mir irgendwann mal eine Postkarte geschrieben haben, können sie die hier wiedertreffen! Notfalls kann man ja auch mal welche austauschen, wenn man mehr zur Verfügung hat, als dort an die Wand passen.

Wie gefällt’s Euch? Warum denkt Ihr, habe ich mich als Motiv für einen Farn entschieden? Was hättet Ihr hingemalt? Oder könnt Ihr gar auch was herzeigen? Soll ich Euch auch mal sowas basteln? 😉
Lasst’s hören in den Kommentaren!

Liebe Grüße,
Euer Tinschen

Fußnote: Wenn man nicht wegfahren kann, also nur von zuhause aus eine Postkarte verschicken kann... Wenn man aber, weil man nicht weg fahren kann, trotzdem genau dieselben Leute vermisst, die einem auch im Urlaub so gefehlt haben, dass man Ihnen eine Postkarte schreibt... Dann, kann man doch den Leuten die man vermisst trotzdem von zuhause eine Postkarte schreiben. Ja aber was drauf schreiben? „Hallo, i bims. Ich sitze zuhause und langweile mich. Und Du so?“ Nein. Schreib Doch auf, warum Du die Person vermisst? Ein Liebesbriefchen, in aller Öffentlichkeit, damit der Postbote sich ein Tränchen verdrücken kann? Findest Du eine gute Idee? Na dann auf an den Schreibtisch. Ich sag Euch: Was zurück kommt ist toll!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.