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Science, bitch! Tagebuch

Unsere Vögel am Waldhaus im Schönberger Forst (Teil 2)

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Vor wenigen Wochen habt Ihr den ersten Teil dieses Blogs vielleicht schon gelesen.
Immer noch schneit es fast jede Woche nach kurzem Tauwetter von Neuem. Unsere Wintervögel sind alle also noch zu beobachten. Selbst die Schwanzmeisen tauchen, wenn auch in verminderter Anzahl, fast jeden Tag um halb zehn bei uns zum frühstücken auf.


Vor ein paar Wochen konnte ich tatsächlich einen Revierkampf zwischen Kohlmeisen beobachten. Das Schicksal wollte aber, dass ich gerade zu dem Zeitpunkt keine Kamera in Griffweite hatte.
In diesem Blog vervollständigen wir jetzt aber unsere Top 10 der häufigsten Wintervögel am Vogelhaus im Schönberger Forst! Wir wünschen viel Spaß mit Text und Bild!


6. Platz: Das Rotkehlchen (Erithacus rubicula)


Erithacus rubicula
Bei uns: ca. 4 Stück
NABU: Platz 9, in 62,64% aller Gärten vertreten, 0,05 Vögel pro Garten mehr als 2012.
Die Rotkehlchen sieht man hin und wieder in unserem Vogelhaus, viel öfter suchen sie aber am Boden nach unserem Mischfutter in einer Schüssel (die wir mittlerweile aufgrund von gefräßigen, wiederkehrenden Rehen und Hunden aufgeben mussten. Nun streuen unsere Vogelfütterer direkt auf den Boden aus). Zumindest bei meinen Beobachtungen habe ich sie nie am Meisenknödel fressen sehen. Das beinah unverwechselbare Rotkehlchen ist ein wirklich interessanter Vogel und besitzt einen wirklich lesenswerten und ausführlichen Wikipediaartikel, den ich nur empfehlen kann.


7. Platz: Der Kleiber (Sitta europea)

Bei uns: ca. 3 Stück
NABU: Platz 10, in 49,07% aller Gärten vertreten, 0,35 Vögel pro Garten mehr als 2012. Der Kleiber ist einer der häufigsten Besucher unseres Vogelhauses. Wobei man ihn dort eher selten Fressen sieht, viel lieber scheint er im Vogelhaus aufzuräumen. Wenn er nicht gerade das Vogelhaus anfliegt, zeigt er am liebsten seine Kletterkünste. Der Kleiber kann nämlich Kopf voran sowohl einen Stamm herauf als auch wieder hinab klettern. Als ich ihn das erste Mal sah (damals kannte ich mich bei Vögeln auch noch nicht wirklich aus) hielt ich ihn daher glatt zuerst einmal für ein meschugges Eichhörnchen in Blau Zwinkerndes Smiley. Außerdem hört man relativ oft ein Geräusch von ihm, dass man eher einem Specht zutrauen würde: Der Kleiber macht sich nämlich ähnlich diesem eine “Spechtschmiede” in der er z.B. Nussfrüchte aufklopft – was sich dann in einem auffälligen Klopfgeräusch äußert. Auch wenn er nicht gerade der am seltensten anzutreffende Vogel sein mag, für mich bleibt der Kleiber wegen seinem außergewöhnlichen Verhalten der coolste von allen. Zwinkerndes Smiley
Hier findest du mehr Informationen.


Platz 8: Die Blaumeise (Parus caeruleus)

Parus caeruleus
Bei uns: ca. 2 Stück
NABU: Platz 3, in 84,96% aller Gärten vertreten, 0,6 Vögel pro Garten mehr als 2012.
Bei uns ist die Blaumeise im Vergleich zum restlichen Deutschland kein häufiger Gast. Man sieht sie überhaupt sehr selten und wenn, dann entdeckt man sie weniger am Vogelhaus sondern viel mehr in den Bäumen und dem Gebüsch rund herum. Das interessanteste für mich an der Blaumeise ist, dass man die Geschlechter am sichersten dadurch unterscheiden kann, wenn man sie mit einer UV-Lampe bestrahlt. Ihr Gefieder reflektiert diese nämlich in einem geschlechtsspezifischen Muster. Durch Größen- und Färbungsvergleich bleiben dagegen stets Unsicherheiten, sofern eindeutiges Verhalten das Rätsel auch nicht auflösen kann.
Hier gibt es mehr Informationen zu der Blaumeise.


9. Platz: Die Amsel (Turdus merula)

Turdus merula
Bei uns: ~2 Stück
NABU: Platz 5, in 89,29% aller Gärten vertreten, 0,09 Vögel pro Garten mehr als 2012.
Ob es nun daran liegt, dass die Amsel im Vergleich zu unseren anderen Vögel relativ groß ist oder daran, dass sie generell ihr Futter eher am Boden sucht – die Amsel hat sich nie in unser Vogelhäuschen oder an einen Meisenknödel gesetzt. Sie bevorzugt das Mischfutter aus der Bodenschüssel oder direkt vom Boden unter dem Vogelhaus – wie oben erwähnt “spendet” der Kleiber ja allzu gerne Zwinkerndes Smiley.
Der Gesang der Amsel lässt sich am besten auf menschliche Musik übertragen, so kam es dazu, dass z.B. 1914 ein gewisser Heinz Tiessen das Lied einer Amsel wortwörtlich notierte.

Der Wikipedia-Eintrag zur Amsel gehört zur Liste der exzellenten Artikel und ist wirklich zu empfehlen! Wer meint, weil die Amsel so häufig ist, sei sie schlichtweg langweilig und uninteressant wird dort eines besseren belehrt!


10. Platz: Last but not least: Der Waldbaumläufer (Certhia familiaris)

Baumläufer 2
Bei uns: Einer
NABU: Platz 5, in 0,41% aller Gärten vertreten, 0 Vögel pro Garten mehr als 2012.
Waldbaumläufer-MerkmalÄhnlich wie bei der ersten Begegnung mit dem Kleiber verwirrte mich auch dieser neue Besucher erst einmal. Für ein Eichhörnchen war er zu klein, für einen Kleiber nicht braun genug und das Mäuse genau so einen Baum hoch klettern können, nämlich nur aufwärts und spiralförmig, war mir auch neu. Direkt am Stamm ist auch der einzige Ort, wo man den Baumläufer mit viel Geduld beobachten kann. Das Futter im Vogelhaus lässt ihn kalt, ihn interessieren nur die saftigen Maden in der Baumrinde. Die genauere Bestimmung, ob es sich um einen Wald- oder einen Gartenbaumläufer handelt ist auch etwas kompliziert. Die beiden Arten haben zwar an sich einen gut unterscheidbaren Gesang, imitieren aber gerne einander. Ein Professor unserer Uni findet, sie täten sogar besonders gerne, wenn nach Bestimmung trachtende Menschen zugegen sind. Ein gutes Merkmal, sofern man den Vogel auf ein Photo bannen kann, ist aber der links oben im Bild angedeutete, viereckige Kerbe im Zickzackband des hellen Flügelfeldes. Beim Gartenbaumläufer ist dieses nämlich gleichmäßig gestuft.

So, das war die Top Ten unserer Vogelhaus-Besucher. Bei uns schwirren auch zahlreiche Bussarde, Turmfalken, Eichelhäher, Gimpel und vieles mehr herum. Aber bis auf zweitere haben wir noch nicht so viel Glück gehabt, diese zu fotographieren. Wünscht uns Glück!
Bald geht es in dieser Richtung weiter, es gibt Grund zur Vorfreude, dass bei uns viele Vögel brüten werden, so dass wir deren Nachwuchs begleiten können!

Tja, Fotos davon sind leider nie entstanden. Falls Du aber zufällig gerade Biologiestudent an der Uni Erlangen bist – ich hatte im zeitigen Frühjahr mal die Vogelhäuser gereingt. Die Nester habe ich nach Erlangen ins „Tierhaus“ weitergegeben. Mit etwas „Glück“ hat sie noch keiner bearbeitet. Die Idee war, sie entomologisch zu suchen um einen Eindruck der Biodiversität an Parasiten in so einem Nest zu bekommen. Melde Dich 😉

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